Ratgeber · Datenschutz
Bleiben meine Listen privat? Datenschutz beim Entscheidungsrad
Du tippst deine Optionen ein, drehst das Rad und fragst dich: Sieht das eigentlich jemand? Die kurze Antwort lautet nein. Hier die etwas laengere.
Erstmal das Wichtigste
Du tippst ein paar Optionen ein, vielleicht “Pizza”, “Sushi”, “Burger”, druckst auf den Knopf und schaust dem Rad beim Drehen zu. Irgendwo zwischen Spass und Entscheidungsfaulheit taucht dann die Frage auf: Liest das eigentlich jemand mit? Bekommt jemand mit, dass ich mich schon wieder nicht zwischen drei Restaurants entscheiden kann?
Die Antwort ist beruhigend kurz. Nein. Was du in das Entscheidungsrad eintippst, bleibt auf deinem Geraet. Es wird nicht an einen Server geschickt, nicht gespeichert, nicht ausgewertet und schon gar nicht weiterverkauft. Es gibt kein Konto, keine Anmeldung und keine Mailadresse, die du angeben musst. Du oeffnest die Seite, das Rad ist da, du legst los.
Warum das so ist und was du trotzdem wissen solltest, schauen wir uns jetzt in Ruhe an.
Wo deine Optionen wirklich landen
Es gibt grob zwei Sorten von Web-Tools. Die eine Sorte schickt alles, was du eingibst, an einen Server. Das ist bei vielen Diensten ganz normal und oft auch noetig. Wenn du etwa eine Datei in einen Online-Konverter hochlaedst oder ein Dokument zur Bearbeitung an ein Tool gibst, dann muss diese Datei den Weg zum Server antreten, dort verarbeitet werden und wieder zurueckkommen. Solange sie dort liegt, hat der Betreiber theoretisch Zugriff darauf.
Das Entscheidungsrad gehoert zur anderen Sorte. Es rechnet komplett in deinem Browser. Die gesamte Logik, also das Mischen der Optionen, das Drehen und das Auslosen des Ergebnisses, passiert lokal auf deinem Geraet. Deine Liste muss nirgendwo hin reisen, damit das Rad funktioniert. Sie bleibt einfach da, wo du sie eingetippt hast.
Stell dir den Unterschied so vor: Bei einem Tool, das Daten hochlaedt, gibst du deinen Zettel jemandem in die Hand, der ihn in einen anderen Raum traegt, dort etwas damit macht und ihn dir zurueckbringt. Beim Entscheidungsrad bleibt der Zettel die ganze Zeit auf deinem Schreibtisch. Niemand traegt ihn weg.
localStorage, einfach erklaert
Vielleicht ist dir aufgefallen, dass deine eingegebenen Optionen noch da sind, wenn du die Seite spaeter wieder oeffnest. Das ist praktisch, denn so musst du deine Lieblingslisten nicht jedes Mal neu eintippen. Dahinter steckt eine Technik, die jeder moderne Browser mitbringt und die sich localStorage nennt.
localStorage ist im Grunde ein kleiner Notizblock, den dein Browser direkt auf deinem Geraet fuehrt. Die Webseite darf dort etwas hineinschreiben und es spaeter wieder auslesen. Das Entscheidende: Dieser Notizblock liegt bei dir, nicht bei uns. Er verlaesst deinen Browser nicht. Wir haben keinen Zugriff darauf, denn die Daten werden niemals an unseren Server geschickt.
Das bedeutet auch, dass deine Listen an genau diesen einen Browser auf diesem einen Geraet gebunden sind. Wenn du das Rad spaeter auf dem Handy oeffnest, sind die Listen vom Laptop nicht dabei, weil der Notizblock des Laptops eben auf dem Laptop liegt. Und wenn du den Browserverlauf samt Webseitendaten loeschst, ist der Notizblock auch wieder leer. Du hast also jederzeit die Kontrolle: Was lokal gespeichert ist, kannst du mit ein paar Klicks selbst wieder entfernen.
Wer es ganz genau wissen will, findet die technische Beschreibung von localStorage in der Entwicklerdokumentation, die wir unten verlinkt haben.
Der eine Fall, in dem Optionen sichtbar werden: geteilte Links
Es gibt eine Situation, in der deine Optionen doch sichtbar werden koennen, und die solltest du kennen. Wenn ein Rad ueber einen teilbaren Link funktioniert, dann stehen die Optionen in der Adresse dieses Links. Das ist kein Datenleck und auch kein Trick, sondern technisch genau so gewollt: Der Link muss das Rad ja irgendwie beschreiben koennen, damit die andere Person dasselbe Rad sieht wie du. Und dafuer packt er die Optionen in die URL.
Konkret heisst das: Wenn du einen solchen Link kopierst und an jemanden schickst, kann diese Person die Optionen lesen, einfach indem sie sich die Adresse anschaut. Das ist genau dann erwuenscht, wenn du gemeinsam eine Entscheidung treffen willst, etwa wer von euch das Abendessen kocht. Es ist nicht erwuenscht, wenn auf der Liste etwas steht, das nur dich etwas angeht.
Die Faustregel ist simpel: Geteilte Rad-Links sind so privat wie die Person, an die du sie schickst. Wenn deine Optionen harmlos sind, ist das voellig egal. Wenn auf der Liste etwas Persoenliches steht, behandle den Link genauso vorsichtig wie eine Nachricht mit eben diesem Inhalt. Und solange du keinen Link teilst, sondern das Rad nur fuer dich nutzt, bleibt ohnehin alles bei dir.
Ein kurzer Blick auf die DSGVO
Datenschutz klingt schnell nach grossem Gesetzestext, und die DSGVO ist tatsaechlich ein solider Brocken. Fuer ein Gluecksrad laesst sich die Sache aber sehr knapp halten, und das hat einen guten Grund.
Die DSGVO kuemmert sich um personenbezogene Daten. Das sind Informationen, die sich auf eine bestimmte oder bestimmbare Person beziehen, also Name, Adresse, Mailadresse, Standort und aehnliches. Genau solche Daten fragt das Entscheidungsrad gar nicht ab. Es will keinen Namen, keine Mailadresse, kein Konto. Es will nur ein paar Begriffe, zwischen denen du dich nicht entscheiden kannst, und die sind in aller Regel nicht personenbezogen. “Pizza oder Sushi” sagt nichts ueber dich aus, was Datenschutzrecht auf den Plan rufen wuerde.
Wenn ein Tool ohnehin keine persoenlichen Daten erhebt und nichts an einen Server schickt, dann entsteht der grosse Datenschutzaufwand, den man von anderen Diensten kennt, schlicht nicht. Es gibt keine Datenbank mit deinen Listen, weil es gar keine Uebertragung gibt. Das ist kein Verzicht und kein Sparen an Sicherheit, sondern die natuerliche Folge davon, dass das Tool lokal arbeitet.
Eine kleine Einschraenkung der Ehrlichkeit halber: Eine Webseite besteht meist aus mehr als nur dem Tool. Es kann sein, dass die Seite drumherum eine anonyme Reichweitenmessung nutzt oder dass dein Browser technische Standardinformationen sendet, wie das beim Aufruf jeder Webseite passiert. Das betrifft aber nicht den Inhalt deiner Listen. Welche Optionen du eingibst, bleibt davon unberuehrt. Details zu dem, was die Seite insgesamt verarbeitet, findest du in der Datenschutzerklaerung der Seite.
Kurz gesagt
Deine Optionen bleiben bei dir. Sie werden nicht hochgeladen, nicht gespeichert und nicht ausgewertet, weil das Rad direkt in deinem Browser rechnet. localStorage sorgt nur dafuer, dass deine Listen lokal erhalten bleiben, und auch dieser Speicher liegt ausschliesslich auf deinem Geraet. Vorsicht ist allein bei geteilten Links angebracht, denn dort stehen die Optionen in der Adresse und sind fuer Empfaenger lesbar. Und die DSGVO bleibt entspannt, solange du nur Begriffe einwirfst und keine persoenlichen Daten. Dreh also ruhig. Niemand schaut zu.
FAQ
Häufige Fragen
Werden meine eingegebenen Optionen auf einen Server hochgeladen?
Nein. Die Optionen, die du in das Rad tippst, bleiben in deinem Browser. Es gibt kein Konto, keine Anmeldung und keine Uebertragung deiner Listen an einen Server. Was du eingibst, verlaesst dein Geraet nicht.
Sieht jemand bei AKARA meine Listen?
Nein. Da die Optionen gar nicht erst zu uns gesendet werden, koennen wir sie auch nicht sehen, speichern oder auswerten. Deine Listen existieren nur lokal auf deinem Geraet.
Was passiert, wenn ich einen Link zu meinem Rad teile?
Falls ein Rad ueber eine teilbare URL funktioniert, stehen die Optionen in dieser URL. Jeder, der den Link bekommt, sieht damit auch die Optionen. Teile solche Links also nur mit Leuten, die den Inhalt sehen duerfen.
Muss das Tool wegen der DSGVO etwas Besonderes tun?
Fuer das Drehen des Rades werden keine personenbezogenen Daten erhoben oder verarbeitet. Die DSGVO greift dort, wo persoenliche Daten gesammelt werden. Beim reinen Gluecksrad ist das nicht der Fall.
Quellen